Dienstag, 27. Juni 2017

Antithese zum klassischen Journalismus

Andreas Backhaus auf Tichys Einblick:

Spiegel: Die Schmach eines einst großen Nachrichtenmagazins

„Amerikas gefährliche Manipulatoren“ lautet der Titel eines SPIEGEL-Artikels online und print. Doch er ist kein Dokument eines seriösen Journalismus, sondern des politischen Aktivismus als journalistische Verirrung.

Das Hauptziel der Diffamierung ist der US-Amerikaner Dave Rubin, welcher auf YouTube seine eigene Talkshow Rubin Report betreibt, in der er regelmäßig Gäste aus allen Ecken des politischen und gesellschaftlichen Spektrums zum Interview bittet. Zu diesen Gästen zählten, wie sich leicht nachprüfen lässt, Atheisten, Priester, Rabbiner, Konservative, Linke, Libertäre, Homosexuelle, Transsexuelle, Bürgerrechtler, Wissenschaftler und – zu einem sehr geringen Anteil – auch Alt-Right-Persönlichkeiten wie Milo Yiannopoulos und Mike Cernovich. Rubins enorm breites Gästespektrum bleibt allerdings im SPIEGEL-Artikel völlig unerwähnt. Stattdessen versucht Oehmke fälschlicherweise den Eindruck zu vermitteln, Rubin ließe „alle Stimmen der Alt Right“ zu Wort kommen und zählt sogar den Gastgeber selbst zur Bewegung.

Dave Rubin und viele weitere unabhängige Internet-Persönlichkeiten verkörpern genau diese Antithese zum klassischen Journalismus: Standesdünkel sind ihnen fremd, sie suchen sich ihr Gesprächsformat und ihre Gesprächspartner selbst aus, sie hinterfragen Behauptungen eigenständig und sie kümmern sich selbst um ihre Finanzierung.

Stellen wir diesem Vorgehen zum Kontrast einige der Grundregeln gegenüber, die Dave Rubin zum Start seiner Show selbst aufgestellt hat:

  1. Ich werde nicht unverhohlen lügen.
  2. Bitte überprüft meine Aussagen auf Fakten!
  3. Ich werde nicht über das Privatleben von Menschen sprechen.
  4. Ich werde kein Parteisoldat sein.
  5. Ich werde beständig für liberale Werte eintreten und nicht jeden dämonisieren, der mir nicht zustimmt.