Dienstag, 18. April 2017

Nicht opportun

Marcus Klöckner im Gespräch mit Michael Lüders auf den NachDenkSeiten:

Anne Will arbeitet mit einer bösartigen Unterstellung, so Michael Lüders im NDS-Interview

„Eine differenzierende Haltung einzunehmen, gilt offenbar als nicht opportun.“ Das sagt der Nahost-Experte Michael Lüders im Interview mit den NachDenkSeiten zur Sendung Anne Will vom 9. April.

Im Gespräch mit Marcus Klöckner findet der Bestseller-Autor, der gerade mit seinem Buch „Die den Sturm ernten: Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ für erhebliche „Irritationen“ im Syrien-Diskurs der großen Medien sorgt, deutliche Worte zu einer problematischen Sendung in der ARD. Albrecht Müller

Unter dem Titel „Trump bekämpft Assad – Droht jetzt ein globaler Konflikt?“ diskutierte unter anderem bei Anne Will die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit Lüders über seine Einschätzung der Situation in Syrien.

Das Problem: Lüders hat in der letzten Zeit immer wieder auch kritisch die Politik der westlichen Staaten in Sachen Syrien betrachtet. Auch verweist er darauf, dass die Hintergründe des Giftgaseinsatzes im August 2013 in der Nähe von Damaskus bislang nicht eindeutig geklärt sind.

Im Polit-Talk vom Sonntagabend betonte die Moderatorin gleich zu Beginn des Gesprächs mit Lüders, dass der ehemalige Nahost-Redakteur der ZEIT nicht als neutraler Beobachter in die Sendung eingeladen wurde, da er auch als Wirtschaftsberater tätig sei.

Die Implikationen waren offensichtlich: Lüders vertritt möglicherweise deshalb eine von der Mehrheitsmeinung in Politik und Medien abweichende Ansicht, weil er wirtschaftliche Interessen verfolgt.

Im Interview sagt er nun, dass die Frage wohl darauf abzielte, „mich persönlich zu diskreditieren und nicht darauf, eine sachliche Diskussion einzuleiten“.

Stellung bezieht Lüders auch zu einem Artikel auf der ARD-Plattform „Faktenfinder“, die ihm vorwirft, unzureichend recherchiert zu haben sowie zu einer Kritik an ihm von Can Dündar, dem ehemaligen Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriyet, der heute im deutschen Exil lebt.
Führende Medien hatten Dündar im Hinblick auf eine Äußerung von Lüders bei Markus Lanz mit den Worten zitiert, diese sei „totaler Unsinn“.